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Zahnzusatzversicherung – Milchzähne bei Erwachsenen

In den Antragsfragen der meisten Zahnzusatzversicherungen wird nach fehlenden, nicht ersetzten Zähnen gefragt. Nicht anzugeben sind diesbezüglich Lückenschlüsse (eine ehemalige Zahnlücke ist durch zwei nebenstehende zusammengerückte Zähne verschwunden) oder Milchzähne.
Wie sieht es jedoch aus, wenn ein Erwachsener noch Milchzähne hat, da der nachfolgende Zahn aufgrund einer Anomalie nicht angelegt ist?
Lässt sich dies durch eine Zahnzusatzversicherung versichern?

Milchzähne bei Erwachsenen sind möglich

Nicht angelegter Zahn – vorhandener Milchzahn gesund

Dies ist vom Einzelfall abhängig, denn bedingungsgemäß leisten Zahnzusatzversicherungen niemals für eine bereits angeratene Behandlung bzw. einen bereits eingetretenen Versicherungsfall.
Zunächst wäre also zu klären, ob der Zahnarzt in der Patientenakte bereits den Ersatz des Milchzahns angeraten hat und ob dieser zum Zeitpunkt der Antragstellung der Zahnversicherung komplett gesund ist.
Die Rechtslage ist hier nicht ganz eindeutig, denn die Nichtanlage eines Zahns gilt als “Krankheit”, es existiert die medizinische Diagnose “Oligodontie” dafür. Ein Versicherer könnte also im Leistungsfall einwenden, sofern die Nichtanlage zum Zeitpunkt des Abschlusses bekannt war, dass der Versicherungsfall bereits mit Bekanntwerden der Nichtanlage eingetreten sei und daher versuchen, sich später vor der Zahlung zu drücken.
Es gibt allerdings auch Urteile wie das vom Amtsgericht Hamburg-Barmbek (2.2.2012 AZ.: 814 C 78/11), bei dem der Richter dies anders sah. Für ihn war der Versicherungsfall erst mit Anraten der Zahnersatzmaßnahme eingetreten, da der betreffende zu ersetzende Milchzahn ein paar Jahre zuvor bei Antragstellung der Zahnzusatzversicherung vollkommen funktionstüchtig war und eine Zahnersatzmaßnahme zu diesem Zeitpunkt in keiner Weise angeraten war. Es war lediglich die Nichtanlage des Folgezahnes bekannt.

Es gibt hier zahlreiche Beispiele, bei denen die Richter zu Gunsten des Versicherten entschieden und der Versicherer leisten musste. Allerdings sind diese Urteile nicht vom BGH verfasst, sondern von niederen Gerichten. Es handelt sich also um Einzelfallentscheidungen, die nur ein Indiz dafür sind, wie gut die Chancen für den Versicherten stehen.

Was wir Ihnen raten

Sicherer ist es, wenn Sie eine Versicherer wählen, der in jedem Fall fehlende, nicht ersetzte Zähne mitversichert. Haben Sie beispielsweise max. 3 vorhandene Milchzähne bzw. nicht angelegte Zähne, empfehlen wir einen Tarif wie Arag Z90 Bonus und hier diese als fehlende Zähne im Antrag anzugeben. Es wird dann ein Risikozuschlag berechnet und die nicht angelegten Zähne gelten ganz sicher als mitversichert.
Eine weitere Möglichkeit wäre z.B. Universa dentprivat, welcher keine Gesundheitsfragen vorsieht. Hier sendet der Versicherer kurz nach Policierung des Antrags ein Formular zum Ausfüllen für den Zahnarzt zu. Wenn der Zahnarzt hier nun die Milchzähne und nicht angelegten Zähne einträgt, jedoch keine Behandlungen anrät, gilt dies laut der Universa Krankenversicherung dann für zukünftige Zahnersatzmaßnahmen als versichert.

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