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Klimaneutral

Pflegeheime bundesweit in der Kritik

Nicht jedes Pflegeheim hält, was es von aussen verspricht.

Nicht jedes Pflegeheim hält, was es von aussen verspricht.

Journalisten und Programmierer des Rechenzentrums correctiv.org haben eine brisante Datenauswertung auf den Tisch gelegt. Sie hatten alle Daten aller Pflegeheime in Deutschland zu den Testfeldern

• Nahrungsmittelversorgung
• Medizinische Versorgung
• Umgang mit Inkontinenz
• Umgang mit Schmerzpatienten
• Versorgung von Wunden

untersucht und ausgewertet. Rund 60 Prozent aller Pflegeheime fielen dabei negativ auf. Besonders herausragend war die Zahl der „durchgefallenen“ Institutionen in Rheinland-Pfalz.

Höchste Kosten mit schlechtester Leistung

In Rheinland-Pfalz und Bayern wurden rund 80 Prozent der Heime negativ eingestuft. Besonders brisant ist dieser Sachverhalt für Rheinland-Pfalz. Die Heimunterbringung bei Pflegestufe III verursacht bundesweit mit durchschnittlich 3.453 Euro im Monat die höchsten Kosten. Niedersachsen fiel deutlich weniger negativ auf, bietet dabei aber die günstigste Unterbringung, rund 1.000 Euro weniger Eigenanteil pro Monat. Wie kommt es, dass zum einen die Leistungen, zum anderen die Kosten soweit auseinanderlaufen? Für den Betrieb der Heime müssen sich Heimleitung, Sozialämter und Krankenkassen in Bezug auf die Kosten und die tatsächlich erbringbaren Leistungen einigen. Für die Sozialämter ist die Kostenfrage der Schlüssel zu allem. Durch steigende Preise in der medizinischen Versorgung stieg der Eigenanteil bereits in der Pflegestufe I seit 1999 um 400 Euro bei fast gleichbleibender Kostenerstattung durch die Pflegeversicherung. Pfleglinge und deren Angehörige, welche den eigenen Anteil an der Pflege nicht tragen können, wenden sich an die Sozialämter.

Private Vorsorge tut not

Das Ergebnis der Pflegeheim-Analyse sagt aber auch, dass nicht alle Heime schlecht sind. Immerhin gibt es auch in Rheinland-Pfalz und Bayern noch 20 Prozent an Heimen, die gut abgeschnitten haben. Es lässt sich aber davon ausgehen, dass diese Institute ihren Preis haben. Wer dem potenziellen Pflegerisiko nicht noch das Risiko der schlechten Behandlung an die Seite stellen möchte, sollte vor diesem Hintergrund rechtzeitig Eigenvorsorge betreiben. Private Pflegetagegeldversicherungen kompensieren später die Lücke zwischen den tatsächlichen Kosten und der Leistung aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Für den Anfang bietet sich der Einstieg über eine staatlich geförderte Pflegeversicherung an.