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Summenbegrenzungen bei der Zahnzusatzversicherung

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Anfängliche Summenbegrenzung

So gut wie jede Zahnzusatzversicherung leistet für Zahnersatz erst nach einer acht monatigen Wartezeit nach Versicherungsbeginn.
Des Weiteren sehen die meisten Zahnzusatzversicherungen eine Summenbegrenzung bei der Leistungserstattung in den ersten Jahren der Laufzeit vor.
Summenbegrenzung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die betreffende Zahnzusatzversicherung, solange die Summenbegrenzung gilt, einen maximalen Erstattungssatz vorsieht. Eine Summenbegrenzung von 1000 Euro bedeutet also (die Summenbegrenzung bezieht sich meist auf ein Jahr, in manchen Fällen auch mehrere Jahre), dass in diesem Jahr maximal Kosten in Höhe 1000 Euro durch die Zahnzusatzversicherung erstattet werden.
Die anfängliche Summenbegrenzung dauert in der Regel 2 oder mehr Jahre. So leistet die Zahnzusatzversicherung Arag Z100 beispielsweise im ersten Jahr nach Versicherungsbeginn maximal 500 Euro. Im 2. Jahr beträgt die Gesamterstattung der Arag Z100 dann 1000 Euro.
Tarife wie R+V Z1u ZV begrenzen die Leistung zwar 5 Jahre lang, allerdings betragen die max. Erstattungen in diesem Zeitraum bis zu 10.000 Euro für Zahnersatz.

Begrenzungen bezüglich Zahnersatzformen oder Materialkosten

Tarife wie die Hanse Merkur sehen neben Summenbegrenzungen noch Begrenzungen aufgrund von Höchstbeträgen für Material- und Laborkosten vor.

Gründe für Summenbegrenzungen

Eine anfängliche Summenbegrenzung, wie beispielsweise im Arag Z100 innerhalb der ersten 2 Jahre macht durchaus Sinn. Sowohl für den Versicherer als auch für die Versicherungsnehmer, die langfristig eine gute Zahnzusatzversicherung behalten möchten. Der Grund ist einfach, eine anfängliche Summenbegrenzung schreckt zunächst die Antragsteller ab, die eine Zahnzusatzversicherung abschließen, sich nach einem Jahr eine hohe Rechnung erstatten lassen, um sie dann wieder zu kündigen. Zudem verursachen schlechtere Risiken, also Personen mit schlechteren Zähnen in den ersten Jahren keine unbegrenzten Kosten. Da die Kosten, die insgesamt erstattet werden stets von der Gesamtheit der Versicherungsnehmer eines Zahntarifs getragen werden, bedeutet eine übermäßige Inanspruchnahme, ohne dass Beitragszuflüsse erfolgt sind, eine Preissteigerung für die Versicherungsnehmer. Die zu zahlende Versicherungsprämie steigt also bei Tarifen ohne Summenbegrenzung sicherlich schneller als bei Zahnversicherungen, die eine Summenbegrenzung in den ersten Jahren vorsehen, um genau diese schlechten Risiken zum Wohle der gesunden Versicherten “abzuwehren”.

Anders sieht es aus bei der generellen Summenbegrenzung. Von Zahntarifen, die eine generelle Summenbegrenzung vorsehen, ist in den meisten Fällen abzuraten. Denn im Schadenfall sollen vor allem die Kosten ersetzt werden, die der Versicherungsnehmer nicht ohne weiteres ansparen konnte und mit denen er nicht rechnen konnte. Eine Zahnzusatzversicherung, die maximal 4000 Euro generell erstattet, ist sicherlich in den meisten Fällen keine Empfehlung wert.
Lediglich in den Fällen, in denen aufgrund des Alters oder bereits laufender Behandlungen oder aufgrund eines schlechten Zahnstatus ein Abschluss bei einer Zahnzusatzversicherung ohne Summenbegrenzungen unmöglich ist, lohnt es sich auf eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen auszuweichen. Hier gibt es zwar eine generelle Beschränkung, jedoch ist eine solche Zusatzversicherung für Zahnersatz manchmal die einzige Lösung.

Zahnversicherungen, die Begrenzungen, was die Anzahl an Implantaten oder Inlays angeht, sind nach Möglichkeit ebenso nicht zu wählen. Allerdings ist es nicht lebenswichtig, dass eine Zahnzusatzversicherung eine unbegrenzte Anzahl an Implantaten erstattet, da ja immer noch Zahnbrücken verwendet werden könnten. Dies ist zwar aus ästhetischen Gesichtspunkten weniger schön, doch auch mit einer Zahnbrücke lässt es sich noch leben. Unter preislichen Gesichtspunkten, kann also dieser Punkt weniger wichtig werden. Genauso, wenn aufgrund einer bestimmten Anzahl fehlender Zähne der Abschluss besserer Tarife nicht mehr möglich ist.

Diese Einschränkungsformen, sowie die generellen Summenbegrenzungen sind sicher ein Instrument, einen niedrigen Monatsbeitrag zu generieren. Leider eröffnet sich dies dem Antragsteller nicht unbedingt, da oft nur auf den Erstattungsprozentsatz geguckt wird. In der Praxis können dann aber 30% von einem sehr hohen Rechnungsbetrag sogar mehr sein, als 70%, wenn durch eine Zahnversicherung maximal 4000 Euro erstattet werden.

Unserer Erfahrung nach sind Tarife ohne anfängliche Summenbegrenzungen ein recht kurzweiliges Vergnügen, zumindest dann, wenn sie einen Erstattungssatz von 80% der Rechnung oder mehr vorsehen. Tarife ohne oder mit sehr kurzer Summenbegrenzung, aber hohen Erstattungssätzen sind spätestens nach 3 Jahren, nachdem die anfänglichen Begrenzungen enden, bzw. bei Tarifen ohne anfängliche Begrenzung auch bereits 3 Jahre nach Markteintritt unter starkem Anpassungsdruck. Die Beiträge solcher Tarife steigen nicht selten auf das Doppelte des ursprünglichen Monatsbeitrags.

Übrigens ist dieses Phänomen auch bei Zusatzversicherungen im Bereich der Naturheilverfahren zu beobachten. Tarife die hier nach kurzer Zeit bis zu 100% der Kosten übernehmen und keine weiteren Leistungen absichern sind nach wenigen Jahren kaputt und werden nicht mehr angeboten oder sind für Neukunden komplett uninteressant, da zu teuer.

Zahnzusatzversicherungen ohne Summenbegrenzungen

Tarife ohne anfängliche Summenbegrenzungen gibt es nicht mehr.
UKV ZahnPrivat Premium , sowie R+V Z2U ZV und R+V Z1U ZV gehören jedoch zu den Tarifen mit den höchsten Erstattungen innerhalb der ersten 4 Jahre.

Tarife mit wenig Summenbegrenzungen

Sehr viel Leistung innerhalb der ersten 4 Jahre sieht mit bis zu 10.000 Euro für Zahnersatz und das ohne Wartezeiten der Zahntarif R+V Z1U + ZV vor. Der Tarif verzichtet also nicht auf anfängliche Summenbegrenzung, leistet aber recht viel in den ersten Jahren, was ein guter Kompromiss ist.
Sehr schnell ohne Begrenzung leisten die Tarife Arag Z100 und auch der Mittelklassetarif Arag Z50/90 , welche nur für die ersten 2 Jahre eine Summenbegrenzung vorsehen.

Wegfall von Summenbegrenzungen

Die meisten Zahnzusatzversicherungen verzichten auf die anfänglichen Summenbegrenzungen zumindest in den Fällen, wenn es durch einen Unfall zu einer Zahnersatzmaßnahme kommt. Was die generellen Summenbegrenzungen oder sonstige Leistungseinschränkungen angeht, wird in diesem Fällen eigentlich niemals auf die vertraglichen Leistungsbegrenzungen der Zahnzusatzversicherung verzichtet.

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