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GKV – Ist Priorisierung die Lösung?

Das gesetzliche Versicherungssystem steht vor dem Kollaps. Sofern sich nicht radikal etwas ändert, können nur weitere Leistungskürzungen im gesetzlichen Gesundheitssystem die Folge sein. Statt für Gesundheit zu sorgen, werden Krankenkassen derzeit dafür “belohnt” , wenn sie besonders viele kranke Versicherte haben. Geld, um aktive und sinnvolle Vorsorge zu betreiben, ist kaum welches da.

Eine Lösung könnte das Gesundheitssystem in Finnland sein, welches auf Priorisierung setzt. Dort ist es nicht mehr möglich wie bei uns, dass jeder Patient zu dem Arzt geht, zu dem er möchte, bzw wann er möchte. Bereits heute stößt das deutsche System ja an die Grenzen und besonders Kranken ist es oft kaum möglich zeitnah einen Arzttermin zu erhalten.

Um diesem Problem vorzubeugen werden gesetzlich versicherte in Finnland, sofern sie ärztliche Hilfe begehren zunächst von Krankenschwestern versorgt. Statt enorme Personalkosten für Ärzte zu verursachen, priorisiert man dort jeden Patienten. Nach einer Checkliste wird ermittelt, wer die teure ärztliche Hilfe am nötigsten hat und insofern als nächstes erhält.

Je kranker ein Mensch, desto eher erhält er die nötige Hilfe. Für uns Deutsche hört sich dies zunächst ganz schön radikal an. Das ist es auch, aber es ist auch sinnvoll. Denn während bei uns die teure ärztliche Ressource oft von Personen besetzt wird, die es weniger nötig hätten als wesentliche krankere Menschen, ist dies im finnischen System nicht möglich.

Zwar warten dort weniger Kranke wahrscheinlich noch länger auf einen Arzttermin als bei uns, Kranke bekommen dafür umso schneller fachliche Hilfe.

Die eingesparten Kosten, und diese sind nach ca. 3 Jahren ,  die dieses System dort schon funktioniert, belegbar vorhanden, können wir Vorsorge verwendet werden.

Im deutschen Krankenversicherungssystem ist schon heute viel zu wenig Geld dafür vorhanden und es wird sicher nicht mehr, nicht so im finischen System der Priorisierung. Eine Vielzahl von Personen wird dadurch eine später viel kostenintensivere ärztliche Behandlung gar nicht benötigen, da Krankheiten und gesundheitliche Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt werden und somit verhindert werden können.

Wer trotzdem auf ärztliche Hilfe nicht verzichten möchte und darauf Zugriff haben möchte, wann immer er will, dem bleibt es natürlich frei, durch Abschluss einer Krankenzusatzversicherung aus eigener Initiative dafür zu sorgen.

Kranke und Bedürftige sind durch dieses skandinavische System jedoch bestens versorgt, so dass dieses System im Endeffekt wesentlich gerechter und solidarischer ist als das unsrige.