Kinder – welche Versicherungen wichtig sind

Frage:Wir sind gerade Eltern einer wunderschönen kleinen Tochter geworden. Da wir uns mit dem Thema Versicherung sind so besonders gut auskennen, wollten wir einmal fragen, welche Absicherung denn nun wichtig wäre, es gibt da ja soviele Möglichkeiten. Braucht man z.B. schon eine Zahnzusatzversicherung oder Rentenversicherung?
Antwort: Also extrem wichtig ist zunächst einmal eine Krankenversicherung. Sofern Sie gesetzlich krankenversichert sind, ist Ihre Tochter natürlich beitragsfrei mitversichert bei Ihnen. Sofern Sie in einer Krankenvollversicherung versichert sind, haben Sie das Recht Ihr Kind innerhalb von 2 Monaten nach der Geburt rückwirkend im gleichen Tarf zu versichern wie Ihren eigenen.

Sehr wichtig ist zudem der Abschluss einer Unfallversicherung für Kinder. Da ein Kind die Vorversicherungszeiten der gesetzlichen Rentenversicherung logischerweise noch nicht erfüllt sind, hat ein Kin bei einer Invalidität durch Unfall keine Ansprüche aus der gesetzlichen Renten- oder Unfallversicherung. In einem solchen Fall wäre das Kind also im schlechtesten Fall ein lebenslanger Sozialfall. Eine Unfallversicherung für Kinder sollte mindestens eine Grundsumme von 100.000 Euro absichern und eine Progression von mindestens 225% oder mehr vorsehen. Im Fall einer lebenslangen Arbeitsunfähigkeit durch einen Unfall könnte bei einer Kapitalauszahlung von 250.000 Euro ihen Kapitalverzehr eine lebenslange Rente von ca. 1000 Euro pro Monat erreicht werden.

Eine entsprechende Unfallversicherung für Kinder ist in der regel für 50-100 Euro im Jahr zu haben. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, dass die gewählte Unfallversicherung Dinge wie Vergiftungen und Ertrinken, aber auch Insektenstiche mitversichert sind. Es kommt also auch bei einer Unfallversicherung für Kinder nicht allein auf die Versicherungssummen oder den Preis zu schauen, sondern ebenfalls auf eventuelle Ausschlüsse oder eine gute oder schlechte Gliedertaxe. Die Gliedertaxe bestimmt, wie hoch ein Invaliditätsgrad bei einer bestimmten Verletzung einzustufen ist, wonalch sich letztendlich die Versicherungsleistung bemisst.

Ebenfalls empfehlenswert ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie. Selbst, wenn ein Kleinkind natürlich noch keine Zähne hat und folglich auch keine zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Leistungen benötigt. Wird genau das später von Relevanz. Da ein kieferorthopäde bereits im Kleinkindalter ersehen kann, welches Kind sehr wahrscheinluch später eine kieferorthopädische Behandlung benötigt und welches nicht, kann es bereits als vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung verstanden werden, wenn im Vorschulalter eine entsprechende Zahnzusatzversicherung abgeschlossen wird, aber bereits Röntgenbilder existieren, aus denen hervorgehen kann, dass eine kieferorthopädische Behandlung notwendig wird.

Wichtiger als eine Zahnzusatzversicherung wäre jedoch der Abschluss einer Krankenhauszusatzversicherung für Kinder. Zum einen ist eine gute Krankenhauszusatzversicherung für 4-8 Euro pro Monat zu haben. Für einen kleinen Monatsbeitrag kann insofern eine sehr wichtige Absicherung gesichert werden. Durch eine stationäre Zusatzversicherung werden nicht nur komfortablere Unterbringung und bessere Behandlung für ein Kind gesichert, vielmehr besteht Zugriff auf die besten Ärzte und die freie Krankenhauswahl. Egal, woran das Kind also später erkranken mag, der Zugruff auf die beste medizinische Behandlung ist sicher gestellt.

Wer keine Kosten für sein Kind scheut, wenn es um die optimale medizinsche Versorgung seines Kindes geht, der sollte für ca. 23 Euro pro Monat eine ambulante Zusatzversicherung nach dem Kostenerstattungsprinzip abschließen. So wird das Kind im ambulanten Bereich trotz der Mitgleidschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse, die ja bekanntlich nur Mindestleistungen vorsieht, zum Privatpatienten. Der Zugriff auf die besten Ärzte udn bessere Behandlungsformen und Medikamente ist so auch finanziell abgesichert. Denn die ambulante Zusatzversicherung nach dem Kostenerstattungsprinzip sichert die Restkosten ab, die im Zusammenhang mit einer höherwertigen, aber eben auch teureren Behandlung als Privatpatient entstehen können.

Wenn das Kind älter wird, sollte darauf geachtet werden, dass die Haftpflichtversicherung der Familie zum einen die Ausfalldeckung mitversichert, aber auch für deliktunfähige Kinder haftet. Sofern Eltern die Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, haften sie im Fall eines Schadens des Kindes sowieso nicht. Trotzdem ist es sinnvoll, eine Haftpflichtversicherung zu besitzen, die in diesen Fällen einspringt, denn auch ohne rechtliche Haftungspflicht, kann es doch belastend sein, wenn der Schaden eines Kindes nicht erstattet wird und der Geschädigte auf dem Schaden sitzen bleibt.

Andere Absicherungen, wie eine Rentenversicherung für das Kind oder einen Fondssparplan wären sicherlich auch sinnvoll. Da anzunehmen ist, dass es in 60-70 Jahren keine wirkliche gesetzliche Rente mehr gebn wird, wird die private Vorsorge immer wichtiger. Mit wenigen Euro im Monat kann bei einer entsprechend langen Sparzeit eine Menge erreicht werden. So braucht das Kind sich später keine Sorgen mehr um die Rentenversorgung zu machen.

Tags: ambulante Zusatzversicherung, Krankenhauszusatzversicherung, Unfallversicherung, Versicherung Kinder, Zahnzusatzversicherung

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